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Flag-Football als Attraktion beim Volksfest
14.08.2026 Neumarkt
Flag-Football als Attraktion beim Volksfest

Flag Football verbindet geringes Verletzungsrisiko mit taktischer Raffinesse: Anders als beim klassischen American Football wird nicht hart getackelt, sondern der Ballträger durch das Ziehen einer am Gürtel befestigten Flagge gestoppt. Die in Deutschland zunehmend beliebte Sportart konnten Interessierte am ersten Volksfestsamstag beim JURA-Volksfest 2026 in Neumarkt hautnah erleben. Auf dem A-Platz der DJK Neumarkt, nur wenige Schritte vom Festgelände entfernt, trugen die Neumarkt Wolves ihr zweites Heimturnier innerhalb von acht Tagen aus. Der Verein, der lange Zeit ausschließlich im American Football aktiv war, bietet inzwischen auch Flag Football an. Mit 15 Spielern gingen die Wolves in das Turnier. Da bei einem Spiel jeweils fünf Akteure pro Mannschaft gleichzeitig auf dem Feld stehen, bot der Kader ausreichend Möglichkeiten für Wechsel. Zum Auftakt trafen die Neumarkter auf die Ramsenthal Red Wings. Gegen den favorisierten Gegner mussten die Wolves zunächst eine deutliche Niederlage hinnehmen. Im zweiten Spiel folgte dann der erste Grund zum Jubeln: Gegen die Bamberg Phantoms setzten sich die Neumarkter durch. Auch das dritte Spiel gegen die Würzburg Wombats II ging nach Punkten zunächst verloren. Allerdings kamen bei den Würzburgern drei Spieler aus deren Bundesliga-Mannschaft zum Einsatz. Wegen dieses Regelverstoßes wurde die Partie anschließend mit 30:0 für die Neumarkt Wolves gewertet. In der bisherigen Saisonbilanz stehen damit fünf Siege vier Niederlagen gegenüber. Die Wolves haben sich dadurch einen Platz im gesicherten Mittelfeld der Bayernliga erkämpft. Als eine Art Glücksbringer erwies sich am vergangenen Samstag Neumarkts Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn. Er übernahm vor dem Auftaktspiel die Seitenwahl und warf die Münze.

55 Jahre: Neumarkt und Issoire feiern ihre lebendige Partnerschaft
14.08.2026 Neumarkt
55 Jahre: Neumarkt und Issoire feiern ihre lebendige Partnerschaft

55 Jahre Städtepartnerschaft sind für Neumarkt und Issoire weit mehr als ein Jubiläum. Sie stehen für eine über Jahrzehnte gewachsene Freundschaft, die von persönlichen Begegnungen, Vereinstreffen, Schüleraustauschen und zahlreichen privaten Kontakten lebt. Zum Gegenbesuch anlässlich des Jubiläums reiste eine 22-köpfige Delegation aus der französischen Partnerstadt Issoire nach Neumarkt. Bürgermeister Bertrand Barraud konnte wegen einer familiären Feier nicht dabei sein; vertreten wurde er von Stadträtin Nicole Boeuf. Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn erinnerte bei der Festveranstaltung an seinen Besuch in Issoire vor wenigen Wochen. Besonders in Erinnerung geblieben war ihm eine Szene, die für ihn beispielhaft für den besonderen Charme der französischen Partnerstadt steht: Ein DJ spielte von einem Vordach aus Musik für die ganze Straße. Mit einem Schmunzeln erzählte Ochsenkühn, wie sehr ihn diese ungezwungene französische Lebensart beeindruckt habe. Die Szene sei ein schönes Beispiel dafür, dass die Freundschaft zwischen den beiden Städten auch vom gegenseitigen Kennenlernen und Schätzen der jeweiligen Besonderheiten lebt. Aus einem politischen Auftrag wurde gelebte Freundschaft Die Städtepartnerschaft wurde 1971 von den damaligen Bürgermeistern Theo Betz für Neumarkt und Dr. Jean Grolier für Issoire begründet. Sie stand ganz im Zeichen der deutsch-französischen Aussöhnung und des europäischen Gedankens. Ziel war es, den kulturellen, wirtschaftlichen und menschlichen Austausch zu fördern und insbesondere junge Menschen in einem Geist der Freundschaft zusammenzubringen. Was damals als politischer Auftrag begann, hat sich nach den Worten Ochsenkühns zu einer „Erfolgsgeschichte gelebter Freundschaft“ entwickelt. Über die Jahrzehnte entstand ein dichtes Netz persönlicher Beziehungen – zwischen Vereinen, Sportlern, Künstlern und verschiedenen Berufsgruppen, vor allem aber zwischen Jugendlichen. Schüleraustausche, gemeinsame Veranstaltungen und gegenseitige Besuche haben Generationen geprägt. Dazu kommen unzählige private Reisen und Freundschaften, die längst über offizielle Begegnungen hinausgehen. Die Freundschaft zwischen Neumarkt und Issoire zeige, dass Europa nicht nur in Verträgen und politischen Institutionen stattfinde, sondern ganz konkret zwischen Menschen. Zwei Frauen als Motoren der Jumelage Besonders würdigte der Oberbürgermeister zwei Frauen, die die Partnerschaft über viele Jahre entscheidend geprägt haben: auf deutscher Seite die langjährige Partnerschaftsreferentin und frühere 2. Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger, auf französischer Seite Maguy Vissac. Heßlinger war über Jahrzehnte eines der prägenden Gesichter der Verbindung. Sie erinnert sich an eine Begegnung vor 37 Jahren, als sie mit ihrer Familie und Hund auf der Rückfahrt vom Atlantik auf einem Campingplatz in Issoire Station machte. Die herzliche Aufnahme sei für sie „der Beginn einer großen Leidenschaft zu Issoire“ gewesen. Aus dem ersten Besuch wurden viele weitere. Freundschaften entstanden, Kontakte wurden gepflegt und die Partnerschaft wurde für Heßlinger zu einer persönlichen Herzensangelegenheit. Beim Jubiläum übergab sie die große Partnerschaftsurkunde symbolisch an ihre designierte Nachfolgerin Michaela Zeitz. Auf französischer Seite ist Maguy Vissac eines der prägenden Gesichter der Jumelage. Seit rund 40 Jahren begleitet sie die Partnerschaft, unter anderem als Dolmetscherin bei zahlreichen Begegnungen. Inzwischen war sie nach eigenen Angaben zum 105. Mal in Neumarkt. „Neumarkt ist nicht nur Partnerstadt. Es ist meine zweite Heimat“, sagte Vissac. Vertrauen, Engagement und wiederbelebter Schüleraustausch Nicole Boeuf griff in ihrer Ansprache den Gedanken auf, dass eine Städtepartnerschaft vor allem von den Menschen getragen wird. Vertrauen, regelmäßiger Austausch und ehrenamtliches Engagement seien entscheidend. Besonders dankte sie den Partnerschaftskomitees beider Städte, die den Geist der Freundschaft mit „Leidenschaft und Großzügigkeit“ weitertrügen. Als einen aktuellen Erfolg hob Boeuf insbesondere die Wiederbelebung des Schüleraustauschs hervor. Damit werde ein zentraler Gedanke der ursprünglichen Partnerschaftsurkunde wieder mit Leben gefüllt: die junge Generation für das jeweils andere Land zu begeistern und persönliche Kontakte über Grenzen hinweg entstehen zu lassen. Auch zahlreiche weitere Wegbegleiter wurden im Rahmen des Jubiläums gewürdigt. Dazu gehören Evi und Franz Düring, die früheren Partnerschaftsreferentinnen Ursula Plankermann und Gertrud Heßlinger sowie der ehemalige Stadtrat Georg Jüttner. Dank galt außerdem dem Trachtenverein Almenrausch Neumarkt und der Blaskapelle Pölling. Der Lions Club Neumarkt, vertreten durch Dr. Michael Janka, wurde ebenfalls als wichtiger Unterstützer der Verbindung hervorgehoben. Ein Gemälde aus Issoire und viele persönliche Begegnungen Als Geschenk aus der französischen Partnerstadt überreichte Nicole Boeuf ein Gemälde, das den Place de la République und die Abtei Sainte-Austremoine, die Hauptkirche von Issoire, zeigt. Die französischen Gäste hatten ihrerseits nicht nur Erinnerungen und Geschenke im Gepäck. Beim Neumarkter Volksfest präsentierten sie sich mit ihrem Issoire-Wagen und verteilten heimische Fruchtbonbons an die Zuschauer. Ein kleines Stück Europa, das von Menschen lebt Für Ochsenkühn ist die Städtepartnerschaft gerade angesichts der aktuellen Krisen und politischen Unsicherheiten von besonderer Bedeutung. Die deutsch-französische Freundschaft sei ein Fundament Europas. Städtepartnerschaften würden zeigen, wie dieses Europa im Alltag funktionieren könne – durch Begegnung, Vertrauen und gegenseitigen Respekt. 55 Jahre nach der Gründung sei aus dem politischen Gedanken der deutsch-französischen Aussöhnung eine Freundschaft geworden, die von vielen Menschen getragen wird. Ihre Zukunft hängt deshalb weniger von offiziellen Jubiläen als von den persönlichen Kontakten ab, die auch die nächste Generation weiterführt. „Solange wir einander begegnen, miteinander sprechen und voneinander lernen“, so Ochsenkühn, werde die Partnerschaft ein starkes Zeichen für ein vereintes und friedliches Europa bleiben.