Alle Meldungen

55 Jahre: Neumarkt und Issoire feiern ihre lebendige Partnerschaft
14.08.2026 Neumarkt
55 Jahre: Neumarkt und Issoire feiern ihre lebendige Partnerschaft

55 Jahre Städtepartnerschaft sind für Neumarkt und Issoire weit mehr als ein Jubiläum. Sie stehen für eine über Jahrzehnte gewachsene Freundschaft, die von persönlichen Begegnungen, Vereinstreffen, Schüleraustauschen und zahlreichen privaten Kontakten lebt. Zum Gegenbesuch anlässlich des Jubiläums reiste eine 22-köpfige Delegation aus der französischen Partnerstadt Issoire nach Neumarkt. Bürgermeister Bertrand Barraud konnte wegen einer familiären Feier nicht dabei sein; vertreten wurde er von Stadträtin Nicole Boeuf. Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn erinnerte bei der Festveranstaltung an seinen Besuch in Issoire vor wenigen Wochen. Besonders in Erinnerung geblieben war ihm eine Szene, die für ihn beispielhaft für den besonderen Charme der französischen Partnerstadt steht: Ein DJ spielte von einem Vordach aus Musik für die ganze Straße. Mit einem Schmunzeln erzählte Ochsenkühn, wie sehr ihn diese ungezwungene französische Lebensart beeindruckt habe. Die Szene sei ein schönes Beispiel dafür, dass die Freundschaft zwischen den beiden Städten auch vom gegenseitigen Kennenlernen und Schätzen der jeweiligen Besonderheiten lebt. Aus einem politischen Auftrag wurde gelebte Freundschaft Die Städtepartnerschaft wurde 1971 von den damaligen Bürgermeistern Theo Betz für Neumarkt und Dr. Jean Grolier für Issoire begründet. Sie stand ganz im Zeichen der deutsch-französischen Aussöhnung und des europäischen Gedankens. Ziel war es, den kulturellen, wirtschaftlichen und menschlichen Austausch zu fördern und insbesondere junge Menschen in einem Geist der Freundschaft zusammenzubringen. Was damals als politischer Auftrag begann, hat sich nach den Worten Ochsenkühns zu einer „Erfolgsgeschichte gelebter Freundschaft“ entwickelt. Über die Jahrzehnte entstand ein dichtes Netz persönlicher Beziehungen – zwischen Vereinen, Sportlern, Künstlern und verschiedenen Berufsgruppen, vor allem aber zwischen Jugendlichen. Schüleraustausche, gemeinsame Veranstaltungen und gegenseitige Besuche haben Generationen geprägt. Dazu kommen unzählige private Reisen und Freundschaften, die längst über offizielle Begegnungen hinausgehen. Die Freundschaft zwischen Neumarkt und Issoire zeige, dass Europa nicht nur in Verträgen und politischen Institutionen stattfinde, sondern ganz konkret zwischen Menschen. Zwei Frauen als Motoren der Jumelage Besonders würdigte der Oberbürgermeister zwei Frauen, die die Partnerschaft über viele Jahre entscheidend geprägt haben: auf deutscher Seite die langjährige Partnerschaftsreferentin und frühere 2. Bürgermeisterin Gertrud Heßlinger, auf französischer Seite Maguy Vissac. Heßlinger war über Jahrzehnte eines der prägenden Gesichter der Verbindung. Sie erinnert sich an eine Begegnung vor 37 Jahren, als sie mit ihrer Familie und Hund auf der Rückfahrt vom Atlantik auf einem Campingplatz in Issoire Station machte. Die herzliche Aufnahme sei für sie „der Beginn einer großen Leidenschaft zu Issoire“ gewesen. Aus dem ersten Besuch wurden viele weitere. Freundschaften entstanden, Kontakte wurden gepflegt und die Partnerschaft wurde für Heßlinger zu einer persönlichen Herzensangelegenheit. Beim Jubiläum übergab sie die große Partnerschaftsurkunde symbolisch an ihre designierte Nachfolgerin Michaela Zeitz. Auf französischer Seite ist Maguy Vissac eines der prägenden Gesichter der Jumelage. Seit rund 40 Jahren begleitet sie die Partnerschaft, unter anderem als Dolmetscherin bei zahlreichen Begegnungen. Inzwischen war sie nach eigenen Angaben zum 105. Mal in Neumarkt. „Neumarkt ist nicht nur Partnerstadt. Es ist meine zweite Heimat“, sagte Vissac. Vertrauen, Engagement und wiederbelebter Schüleraustausch Nicole Boeuf griff in ihrer Ansprache den Gedanken auf, dass eine Städtepartnerschaft vor allem von den Menschen getragen wird. Vertrauen, regelmäßiger Austausch und ehrenamtliches Engagement seien entscheidend. Besonders dankte sie den Partnerschaftskomitees beider Städte, die den Geist der Freundschaft mit „Leidenschaft und Großzügigkeit“ weitertrügen. Als einen aktuellen Erfolg hob Boeuf insbesondere die Wiederbelebung des Schüleraustauschs hervor. Damit werde ein zentraler Gedanke der ursprünglichen Partnerschaftsurkunde wieder mit Leben gefüllt: die junge Generation für das jeweils andere Land zu begeistern und persönliche Kontakte über Grenzen hinweg entstehen zu lassen. Auch zahlreiche weitere Wegbegleiter wurden im Rahmen des Jubiläums gewürdigt. Dazu gehören Evi und Franz Düring, die früheren Partnerschaftsreferentinnen Ursula Plankermann und Gertrud Heßlinger sowie der ehemalige Stadtrat Georg Jüttner. Dank galt außerdem dem Trachtenverein Almenrausch Neumarkt und der Blaskapelle Pölling. Der Lions Club Neumarkt, vertreten durch Dr. Michael Janka, wurde ebenfalls als wichtiger Unterstützer der Verbindung hervorgehoben. Ein Gemälde aus Issoire und viele persönliche Begegnungen Als Geschenk aus der französischen Partnerstadt überreichte Nicole Boeuf ein Gemälde, das den Place de la République und die Abtei Sainte-Austremoine, die Hauptkirche von Issoire, zeigt. Die französischen Gäste hatten ihrerseits nicht nur Erinnerungen und Geschenke im Gepäck. Beim Neumarkter Volksfest präsentierten sie sich mit ihrem Issoire-Wagen und verteilten heimische Fruchtbonbons an die Zuschauer. Ein kleines Stück Europa, das von Menschen lebt Für Ochsenkühn ist die Städtepartnerschaft gerade angesichts der aktuellen Krisen und politischen Unsicherheiten von besonderer Bedeutung. Die deutsch-französische Freundschaft sei ein Fundament Europas. Städtepartnerschaften würden zeigen, wie dieses Europa im Alltag funktionieren könne – durch Begegnung, Vertrauen und gegenseitigen Respekt. 55 Jahre nach der Gründung sei aus dem politischen Gedanken der deutsch-französischen Aussöhnung eine Freundschaft geworden, die von vielen Menschen getragen wird. Ihre Zukunft hängt deshalb weniger von offiziellen Jubiläen als von den persönlichen Kontakten ab, die auch die nächste Generation weiterführt. „Solange wir einander begegnen, miteinander sprechen und voneinander lernen“, so Ochsenkühn, werde die Partnerschaft ein starkes Zeichen für ein vereintes und friedliches Europa bleiben.

Bahnbrücke Woffenbach wird für den Verkehr freigegeben
06.08.2026 Neumarkt
Bahnbrücke Woffenbach wird für den Verkehr freigegeben

Gute Nachrichten für die Anwohner des Stadtteils Woffenbach und den gesamten Neumarkter Stadtverkehr: Der Ersatzneubau der Straßenbrücke über die Bahnstrecke in der Woffenbacher Straße ist abgeschlossen. Das von Beginn an gesteckte Ziel der städtischen Planer, das Bauwerk pünktlich zum Beginn des JURA-Volksfestes fertigzustellen, ist damit punktgenau erreicht. Die offizielle Verkehrsfreigabe erfolgt noch heute. Damit geht für die Verkehrsteilnehmer die im Februar gestartete Bauphase zu Ende, die allen Beteiligten viel Geduld und Flexibilität abgefordert hat. Mit der Öffnung der Brücke entfallen auch die bisherigen Umleitungen: Der Kraftfahrzeugverkehr musste während der Sperrung großräumig über die Freystädter Straße und den Kurt-Romstöck-Ring ausweichen, während Fußgänger und Radfahrer über den Brückenweg, die Rebhuhn-, Wiesen-, Wallenstein- und Roseggerstraße sowie den Volksfestplatz umgeleitet wurden. Arbeit unter erheblichem Zeitdruck Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn sprach dem städtischen Projektleiter Andreas Pfindel, seinem Team sowie den ausführenden Bauunternehmen ein großes Lob aus: „Dass diese Brücke pünktlich zum Volksfest-Start wieder befahren werden kann, ist ein herausragender Erfolg und keineswegs selbstverständlich. Das städtische Bauteam um Andreas Pfindel und die beteiligten Baufirmen haben unter enormem Zeitdruck exzellente Arbeit geleistet.“ Für die Woffenbacher Bürgerinnen und Bürger bedeute die Freigabe eine enorme Erleichterung – die Umleitungen und Staus gehörten ab Freitagmittag der Vergangenheit an. Die Leistung des Baustellenteams sei umso höher zu bewerten, als die Deutsche Bahn AG den geplanten Abbruchtermin der alten Brücke kurzfristig um zwei Wochen nach hinten verschoben hatte, sagte Ochsenkühn. Das bedeutete für die städtischen Planer und die Bauleiter einen immensen zeitlichen Verdichtungsdruck, der im Laufe des Projekts durch effiziente Abläufe und intensivierten Einsatz vollständig aufgeholt werden konnte. Der Neubau der in die Jahre gekommenen Brücke war überhaupt erst möglich, weil die Deutsche Bahn AG im Jahr 2026 eine umfassende Generalsanierung der Bahnstrecke zwischen Nürnberg und Regensburg durchgeführt hat. Durch die damit verbundene Streckensperrung eröffnete sich für die Stadt Neumarkt ein einzigartiges Zeitfenster. Dieses musste zwingend genutzt werden, um den Ersatzneubau der Straßenbrücke ohne zusätzliche Beeinträchtigungen des laufenden Schienenverkehrs durchzuführen. Verkehrsführung entspricht der Rechtslage Im Zuge der Projektplanung hatten die Fachplaner der Stadt eingehend geprüft, ob das Bauwerk verbreitert werden könnte, um einen separaten Radweg unterzubringen. Dies erwies sich jedoch aufgrund der sehr beengten örtlichen Verhältnisse als technisch unmöglich. Auch die denkbare Alternative eines gemeinsam von Fußgängern und Radfahrern genutzten Weges – der zudem in beide Richtungen hätte befahren werden müssen – wurde von den Fachexperten der Stadtverwaltung sowie der Polizei intensiv analysiert und als zu unsicher für die Verkehrsteilnehmer bewertet. Aus diesem Grund entspricht die künftige Verkehrsführung der bewährten Regelung der Bestandsbrücke sowie der gültigen Rechtslage. Demnach steht Fußgängern weiterhin ein separater Gehweg auf einer Brückenseite zur Verfügung. Radfahrerinnen und Radfahrer nutzen hingegen die Fahrbahn; lediglich Kindern bis zum Alter von zehn Jahren ist das Befahren des Gehwegs gestattet. Um die Sicherheit des Radverkehrs auf der Straße maßgeblich zu erhöhen, bleibt das bestehende Überholverbot von Radfahrern durch mehrspurige Kraftfahrzeuge auch in Zukunft strikt bestehen. Oberbürgermeister Markus Ochsenkühn betont dazu: „Die Sicherheit aller Verkehrsteilnehmer stand bei unseren Planungen an erster Stelle. Auch wenn eine Verbreiterung für einen eigenen Radweg räumlich leider nicht machbar war, haben wir mit der klaren Trennung und dem Fortbestehen des Überholverbots die bestmögliche und sicherste Lösung geschaffen.“ Mängel machten Ersatzneubau unumgänglich Der Beschluss für den Neubau basierte auf eindeutigen Ergebnissen regelmäßiger Bauwerksprüfungen. An der alten Straßenbrücke waren gravierende Mängel festgestellt worden, insbesondere fortgeschrittene Betonabplatzungen an den Pfeilern, Kappen und Stirnseiten. Die Gutachter rechneten mit einer rapiden Schadenszunahme in den Folgejahren und konnten kurz- bis mittelfristig eine Gefährdung des darunterliegenden Bahnverkehrs nicht mehr ausschließen. Die Experten empfahlen daher eindringlich einen zeitnahen Ersatzneubau. Die Gesamtkosten für die Maßnahme belaufen sich nach aktuellem Stand auf rund 2,8 Millionen Euro. Einen erheblichen Teil dieser Summe steuert die Deutsche Bahn AG bei. Für den verbleibenden Anteil der Stadt Neumarkt an den Baukosten wurden zudem Fördergelder nach dem Bayerischen Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz beantragt.